Obedience

Obedience bedeutet, aus dem englischen übersetzt, ‘Gehorsam’. Allerdings verbirgt sich dahinter weit mehr als das korrekte Ausführen der verschiedenen Übungen, es beinhaltet die ‘Hohe Schule’ der Unterordnung, bei der es vor allem darauf ankommt, dass der Hund freudig, überaus exakt und in einer Einheit mit seinem Hundeführer arbeitet. Obedience ist grundsätzlich für jede Hunderasse und -größe geeignet, verlangt aber von seinem Ausbilder großes Einfühlungsvermögen, Timing und Perfektion. Die einzelnen Übungen in der Obedience stellen für den Hund keine natürlichen Bewegungsabläufe da, gerade deswegen besteht die große Kunst darin seinen Hund dahin zu bringen großen Enthusiasmus und Motivation auszustrahlen.

Obedience stammt ursprünglich aus Großbritannien. Als ‘Ableger’ der Working Trials bildeten sich reine Unterordnungswettbewerbe heraus. So fand 1949 der erste ‘Only Obedience’ Test in London statt. 1951 wurden dann die ersten Obedience- Tickets (Anwartschaften auf den GB Ob.Ch.) vergeben. Im gleichen Jahr wurde Obedience auf der Crufts vorgestellt. Seit 1955 werden auf der Crufts jährlich die Crufts- Obedience- Championships ausgetragen – für jeden englischen Obedience- Sportler der Olymp!
Beherrschten zunächst vor allem Schäferhunde die Wettbewerbe wurden sie doch bald von Border Collies und Working Sheepdogs abgelöst. Von den 42 Championships zwischen 1955 und 1997 gingen 66 % der Anwartschaften an Border Collies/WSD. In England gibt es von daher extra Klassen in denen Border Collies nicht zugelassen sind.
Eine der herausragenden Obedience- Hunde ist Muriel Pearce’ Border Collie Hündin GB Ob.Ch. Megan of Monksmead CDex UDex. Sie ist bisher der einzige Hund, der die Crufts Obedience Championships viermal gewinnen konnte und darüber hinaus insgesamt 60 OCs erreichte. Aus ihrem einzigen Wurf mit GB Ob.Ch. Patanne stammten allein 3 GB Ob.Ch.; ihr großer Einfluss auf die heutigen Obedience Hunde ist offensichtlich und belegt wie wichtig gekonnte Zuchtauswahl auch in diesem Bereich ist.

Auf dem Kontinent entwickelte sich der Obedience Sport vor allem in den skandinavischen Ländern. Als 1990 Schweden Vollmitglied der FCI wurde, wurde  das dort gültige Reglement für die höchste Obedience Klasse (FCI OB 3) von der FCI übernommen und seither laufend von der FCI geändert und weiterentwickelt. Dieses Reglement ist in der höchsten OB- Stufe für alle FCI- Länder verbindlich.
Nach Deutschland kam Obedience als ‘offizielle’ Hundesportart erst vergleichsweise spät. So startete erst Anfang 2001 ein Pilotprojekt nach niederländischem Vorbild. Ein Jahr später, am 01.04.2002 wurde die VDH- Obedience- Prüfungsordnung als eigenständige Prüfungsordnung gültig. Die wenigen Hundesportler, die sich bisher mit Obedience beschäftigt hatten arbeiteten entweder nach englischem Vorbild oder betrieben den Sport wettkampfmäßig im europäischen Ausland.

Bis heute ist Obedience in Deutschland eher ein Insider Sport und mit der Perfektion in der Obedience in England betrieben wird kaum zu vergleichen. Häufig als Invalidensport missverstanden starten viele Hundesportler ‘nebenbei’ auch bei Obedience- Wettkämpfen, was sich in der Qualität der Prüfungen bisher noch deutlich widerspiegelt.

Obedience ist ein Sport für perfektionistische Spezialisten, die immer aus eigenem Ergeiz den Antrieb haben noch genauer, perfekter und präziser zu arbeiten und dabei vollkommen eins mit dem Hund zu werden und diesen glänzen zu lassen.

In Deutschland werden können wird in vier verschiedenen Klassen gestartet. In jeder Klasse können höchstens 320 Punkte erreicht werden. Die einzelnen Übungen werden mit unterschiedlichem Koeffizienten bewertet, mit dem die vergebene Punktzahl (von 0 bis höchstens 10 Pkt.) multipliziert wird. Um in die nächsthöhere Leistungsklasse au zu steigen muss die Formwertnote Vorzüglich erreicht werden.
Die Formwertnoten teilen sich wie folgt auf:
Vorzüglich:    256 – 320 Pkt.
Sehr gut:        224 – 255,5 Pkt.
Gut:              192 – 223,5 Pkt.

Bei einer Punktzahl von unter 192 Pkt. gilt die Prüfung als nicht bestanden.
Im Gegensatz zu allen anderen Hundesportarten wird in der Obedience der Hundeführer von einem Ringsteward durch die Prüfung geführt. Er ist für den harmonischen Ablauf der Prüfung zuständig und Ansprechpartner für den Prüfling vor, während und nach der Prüfung.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.